Kleine Schmuckkunde

Perlenkunde

Perlen

Perle ist nicht gleich Perle – die Unterschiede in der Herkunft bestimmen nicht nur das optische Erscheinungsbild, sondern auch deren Preis.

Sehen Sie hier die verschiedensten Perlenarten und deren Beschrieb:

Akoya Zuchtperlen

Akoya-Zuchtperlen sind die Klassiker. Die Hauptzuchtgebiete sind Mittel- und Südjapan sowie die Küsten Chinas. Ihr Farbspektrum reicht von zartcremefarbenen, Weißrosé über champagnerfarbenen bis zu silbergrauen Tönen. Die Akoya-Zuchtperle besticht durch ihre zumeist perfekte runde Form und ihren Glanz.

Zuchtverfahren

Jede Akoya-Zuchtperle enthält einen Perlmuttkern, der von einer erfahrenen Operateurin eingesetzt wird. Nach 7 bis 14 Tagen beginnt die Muschel mit der Ausscheidung der Perlsubstanz. Die Perle entsteht.

Wachstum und Ernte

Abhängig von der Wassertemperatur sowie der Jahreszeit bildet Pinctada martensii eine Schicht von durchschnittlich 0,15 bis 0,3 mm pro Jahr. Die Wachstumsrate der chinesischen Pinctada chemnitzii liegt aufgrund des subtropischen Klimas und der höheren Wassertemperaturen durchschnittlich zwischen 0,5 und 1,2 mm pro Jahr. Geerntet werden die Akoya-Zuchtperlen in Japan nach spätestens zwei Jahren in den Wintermonaten von November bis Februar. In China liegen die Zuchtzeiten bei deutlich unter einem Jahr.

Größen

Akoya-Zuchtperlen werden in Größen von 2 bis etwa 9 mm angeboten.

Süßwasser-Zuchtperlen

Süßwasser-Zuchtperlen wurden früher fast nur im japanischen Biwa-See bei Kyoto gezüchtet. Heute kommen sie hauptsächlich aus China. Das Farbspektrum von Süßwasser- Zuchtperlen reicht von Weiß bis Braun zu Lila. Waren früher nur Süßwasserperlen in kleinen Größen von 2 bis 10 mm bekannt, sind heute Größen bis zu einem Durchmesser von 15 mm möglich.

Muschelart

Süßwasser-Zuchtperlen ohne Kern werden überwiegend in China in Flüssen und Seen gezüchtet. Bewährt hat sich hierfür die Süßwassermuschel Hyriopsis cumingii, die zum Zeitpunkt der Operation zwischen ein und drei Jahre alt ist.

Zuchtverfahren

Bei Süßwasser-Zuchtperlen ohne Kern werden der Muschel bis zu 80 (optimal sind ca. 30) Gewebeteilchen implantiert, um die Perlenproduktion anzuregen. Ca. 7 Tagen nach dem Eingriff beginnt die Muschel mit der Absonderung der Perlsubstanz. Die Perle beginnt zu wachsen.

Wachstum und Ernte

Die Ernte erfolgt durchschnittlich nach acht bis 12 Monaten. Die Wachstumszeit bei Zuchtperlen von hoher Qualität und Güte kann mehrere Jahre betragen. Als beste Erntezeit gelten die Monate Oktober und November.

Südsee-Zuchtperlen

Aufgrund ihrer Größe, ihres begrenzten Zuchtgebietes und der langen Wachstumszeit sind die Südsee-Zuchtperlen die kostbarsten unter den Zuchtperlen. Nicht umsonst gelten sie als „Königinnen der Meere“. Das Farbspektrum dieser Perlenart reicht von Silberweiß über Champagner bis zu seltenen tiefen Goldtönen.

Der Begriff Südsee-Zuchtperlen ist gleichbedeutend für sehr große Zuchtperlen geworden (bis 20 mm und darüber), wobei man zwischen weißen und schwarzen Südsee-Zuchtperlen (siehe Tahiti-Zuchtperlen) unterscheidet.

Muschelart

Weiße (auch Gelb- und Goldtöne) Südsee-Zuchtperlen werden im Salzwasser des Indischen und Pazifischen Ozean (Australien, Myanmar, Indonesien, Philippinen) in Pinctada maxima gezüchtet.

Zuchtverfahren

Erst wenn die Muscheln eine Mindestgröße von 12 cm erreicht haben, darf ihnen ein Kern eingesetzt werden. Die durchschnittlich 9 bis 12 mm großen Kerne werden zusammen mit dem Gewebestück eingesetzt und die Muschel beginnt nach ca. 45 Tagen mit der Ausscheidung des Perlsubstanz. Eine Perle entsteht.

Wachstum und Ernte

Pro Jahr liegt die Wachstumsgeschwindigkeit bei 1,5 bis 2 mm, die Wachstumszeit beträgt je nach Wassertemperatur 1,5 bis zwei Jahre. Danach wird die fertige Perle vorsichtig entnommen. Ihre Größe liegt bei durchschnittlich 11 – 12 mm. 

Tahiti-Zuchtperlen

Tahiti-Zuchtperlen sind dunkle Südsee- Zuchtperlen von Perlenfarmen in Französisch- Polynesien und den Cook Islands. Die Muschel, in der diese Naturwunder wachsen, heißt schwarzlippige Auster oder „Pinctada margaritifera“. Das Hauptmerkmal der Tahiti-Zuchtperle ist ihr außergewöhnliches Farbenspiel – von Dunkelgrau bis Grüngrau und Aubergine. Seit kurzem gibt es auch braune Züchtungen.

Muschelart

Tahiti-Zuchtperlen wachsen im Salzwasser von Französisch-Polynesien in der Pinctada margaritifera cumingii heran. Die Muschel kann bis zu 5 kg schwer werden, eine Größe von ungefähr 30 cm erreichen und bis zu 30 Jahre alt werden. Aufgrund ihrer Größe ist sie in der Lage, Perlen von stattlichen Größen zu produzieren.

Zuchtverfahren

Für die Implantation der Kerne werden ca. 10 bis 15 cm lange Muscheln im Alter von zwei bis drei Jahren verwendet. Pro Muschel werden zwei Kerne mit Gewebeteilchen eingepflanzt. Nach etwa 50 Tagen beginnt die Muschel mit der Absonderung der Perlsubstanz. Die Perle entsteht.

Wachstum und Ernte

Pinctada margaritifera cumingii scheidet an einem Tag zwischen drei und acht Lagen aus Aragonitkristallen aus. Nach zwei Jahren Wachstum hat die Perle bereits eine Schichtdicke von zwei bis 2,5 mm erreicht. Aus einem Kern von zum Beispiel 5 bis 8 mm lassen sich Perlen von 10 bis 12 mm Größe züchten. Die Ernte findet üblicherweise in der gleichen Jahreszeit statt wie die Operation, meistens im Mai/Juni und Oktober.

Fiji Zuchtperlen

Fiji-Zuchtperlen wachsen in einer Unterart der Auster Pinctada margaritifera heran, die vorwiegend in den Meeresregionen des Westpazifiks beheimatet ist. Das Perlmutt der Fiji-Zuchtperle bietet eine große Farbvielfalt und die tatsächliche Körperfarbe der Auster ist viel intensiver als in anderen Zuchtgebieten. Ihr Farbspektrum reicht von Tiefgrün über Braunbronze bis hin zu warmen Auberginetönen.

Fiji-Zuchtperlen zeichnen sich durch eine sehr gute Perlmutt- beschichtung aus und ihre Oberflächen- struktur ist sehr gleichmäßig. Die Durchschnittsgröße einer Fiji-Zuchtperle beträgt 7 bis 15 mm wobei Größen bis zu 18 mm möglich sind.

Tipps für Schönheit und ein langes Perlenleben

Das Beste vorweg: Bei guter Pflege wird es Ihnen möglich sein, sich über Perlenschmuck von guter Qualität über Jahrzehnte hinweg zu erfreuen. Damit Ihnen diese Freude erhalten bleibt, sollten Sie die folgenden Hinweise beherzigen.

• Tragen Sie Ihre Perlen so oft es Ihnen möglich ist und setzen Sie Ihren Schmuck der natürlichen Feuchtigkeit aus, die in der Luft und auf der Haut vorhanden ist.

• Tragen Sie Perlen nicht zusammen mit anderen Schmuckstücken aus Edelmetallen und Edelsteinen, da dieser Kontakt Kratzer verursachen kann.

Reinigung & Aufbewahrung


Reinigung

  • Reinigen Sie Ihre Perlen nach dem Tragen. Möchten Sie sich aber langfristig an Ihren Perlen erfreuen empfehlen wir die Perlen professionell zu reinigen. In unserer Bijouterie bieten wir einen speziellen Perlenreiniger an, welcher Fett- und andere Rückstände auf sanfte Weise entfernt. Bei ausschließlicher Verwendung eines weichen Tuches ohne Reiniger, besteht die Gefahr, dass Säure-, Fett- und Schmutzreste lediglich auf den Perlen verteilt, nicht aber entfernt werden.
  • Ist Ihre Perlenkette einmal nass geworden, strapaziert dies den Seidenfaden der Kette. In diesem Falle nehmen Sie Ihr Schmuckstück mit beiden Händen auf, legen es für mindestens 24 Stunden flach auf ein weiches Tuch und lassen es gut durchtrocknen. Dies sollte nicht in Heizungsnähe sein – Fönhitze sollte nicht zum Einsatz kommen.
  • Gönnen Sie Ihrem Perlenschmuck regelmässig (alle 2 Jahre) eine gründliche Reinigung und lassen Sie Ihre Perlenkette von einer Fachperson neu aufziehen.

Aufbewahrung 

  • Bewahren Sie Ihren Perlenschmuck getrennt von anderen Schmuckstücken auf, damit er nicht zerkratzt wird.
  • Am besten ruhen Ihre Perlen in einem separaten Säckchen aus weichem Naturmaterial oder im Etui. Bitte verwenden Sie keine Ledersäckchen, da Leder Gerbsäure enthalten kann und diese wiederum Ihre Perlen zerstört. 
  • Perlen wollen das Tageslicht sehen und die natürliche Feuchtigkeit der Haut und Umgebung „atmen“. Ein langer Aufenthalt im Tresor, in Schmuckschränken oder Schubladen schadet Perlen und sollte vermieden werden.

Kosmetika

Säuren greifen die obere Perlschicht an. Die Zerstörung zeigt sich in matten, stumpfen Stellen, die die Abtragung der äußeren Perlschicht nach sich zieht. Darüber hinaus gelangen Säuren ins Bohrloch und weiten es aus. Fettsekretionen aus den Talgdrüsen der Haut ebenso wie Sonnenöl verkleben die oberen Aragonitplättchen und blockieren so die Lichtbrechung – die Perle wirkt matt.

Schützen Sie Ihren Perlenschmuck aus diesem Grunde vor Kosmetika, die Fett, Säuren, Bleich- oder Färbemittel enthalten. Dies trifft auf Seife, Shampoo, Körperlotionen, Hautcremes, Deodorants, Schminke, Puder, Haarspray, Parfüm, aber auch auf Mittel gegen Insektenstiche zu. Nicht zu vergessen der menschliche Schweiß. Legen Sie Ihren Perlenschmuck daher erst nach dem Schminken, Frisieren und dem Friseurtermin an.

Medikamente

Sind Sie krank, bettlägerig und/oder nehmen Sie Medikamente ein, hat Ihre Haut einen veränderten Säuregehalt und neigt zu stärkeren Schweißausscheidungen. Sie sollten während dieser Zeit darauf verzichten, Ihren Perlenschmuck zu tragen.

Wärme und Hitze

Generell gilt, dass die Hornsubstanz Conchyn nicht austrocknen darf, da Risse folgen, die wiederum eine Eintrittstelle für Säuren darstellen. Darüber hinaus werden „ausgetrocknete“ Perlen matt, in Folge werden sie sich unschön verfärben. Setzen Sie Ihre Perlen deshalb nicht zu starker Wärme oder Hitze, z. B. dem Fön aus, bewahren Sie sie nicht in der Nähe der Heizung auf und meiden Sie ausgedehnte Sonnenbäder. Ebenso sollten Sie Ihren Perlenschmuck erst nach dem Saunabesuch anlegen.